Berichte 2006


 

06.01.2006: FC Bologna vs. US Triest, 0:1 (Seria B), Renato dall’Ara

07.01.2006: Atalanta Bergamo vs. AC Cesena, 2:2 (Seria B), Atleti Azzurri d´Italia

08.01.2006: Sampdoria Genua vs. AS Livorno, 0:2 (Seria A), Luigi Ferraris Stadion

 

Der 2-wöchige Urlaub sollte genutzt werden, deshalb musste eine Fußballtour unternommen werden. Was heißt Urlaub, eigentlich war er am 6.1.06 vorbei, aber da ging’s erst los *g*.

Also mit Bronsky, Obi und Flo von UR nach Italien. Ein gemieteter Ford Focus sollte uns nach Südeuropa bringen, aber erst mal ging gar nix, da das Parkhaus in den Arcaden verschlossen war und wir nicht rauskamen! Dank der Hilfe des Autovermieters, der uns als Entschädigung dann auch einen Rabatt gab, konnten wir um 9 Uhr starten! Unser erstes Ziel sollte am Freitag Abend Bologna heißen. Die Fahrt verlief relativ ruhig, da jeder (ab und zu sogar unser Fahrer Obi ^^) ein Fanzine las. Schon krass, wenn Leute Fußballtouren nach Albanien, Aserbaidschan und Co. machen! Nach knapp 4 Stunden erreichten wir die Schweiz. Was soll ich sagen? GEIL, absolut GEIL. Keine einzige Wolke am Himmel, Sonnenschein ohne Ende, und eine traumhafte Landschaft. Berge san wirklich super! Vorbei am Luganer und Comer See Richtung Mailand, kurze Pause eingelegt, und weiter nach Bologna. Dort kamen wir gegen 17.30 Uhr (Anpfiff 20.45 Uhr) an. Das Stadion sehr schnell gefunden, Karten gekauft. Aber da schau an: Man muss seinen Perso herzeigen, damit man überhaupt eine Karte kriegt. Und das war bei den beiden anderen Spielen auch so! Hoffentlich kommts bei uns net so weit, aber die WM im Juni/Juli is ja scho der Anfang...

Anschließend mit leeren Bäuchen durch Bologna geschlendert, aber ein Restaurant konnten wir leider nicht finden. War ziemlich ausgestorben diese Stadt. Lag wohl daran, dass dort am 6.1. Weihnachten gefeiert wird. Also zu nem Pizza-Service. Pizzabäcker ein überaus freundlicher Mann, schenkte er uns doch glatt eine Fanta-Flasche. Gestärkt führte uns der Weg zum Stadio Renato Dall' Ara zurück. Und rein ins Vergnügen! Ok, gleich im voraus: Die Gastmannschaft aus Triest siegte bei einem eher langweiligen Kick mit 1:0. Die Stimmung bis auf ein paar Ausnahmen auch eher schwach. Nur der Kanonenschlag vor Anpfiff konnte begeistern, da man die Druckwelle im Gesicht spürte *g*. Nach dem Spiel Richtung Bergamo bzw. Mailand. Beim Verlassen von Bologna waren auf einer Strecke von ca. 5 km sehr leichtbekleidete Frauen zu entdecken ^^! Gegen Mitternacht wurde ein Rastplatz angefahren u. zwischen ein paar LKW geparkt – Autoübernachtung allèz. Für mich Neuland, und net wirklich grad bequem. Naja, mit 4 Leuten schläft man eher schlecht als recht, aber was tut man nicht alles für den Ground bzw. Länderpunkt. Früh Morgens wurds dann richtig kalt im Wagen, weiter nach Bergamo, wo uns heut das 2. Spiel der Seria B erwartete. Der 5. aus Cesena war beim Tabellenvierten zu Gast. Das Stadion nach kleiner Einbahnstraßen-Irrfahrt gefunden und Karten gekauft. Anschließend etwas über den Wochenmarkt geschlendert und in der Innenstadt eine Pizzeria gefunden. Wunderschöne Stadt, wirklich sehr chillig dort. Um 15 Uhr ins Stadion rein, noch ne halbe Stunde bis Anpfiff. In der Zwischenzeit kiffende Fans geortet, und eine stets wachsende Fankurve. Konnte ja ein heißes Spiel werden...

Und das wurds auch: Ziemlich gute Stimmung, einige Kanonenschläge, Zaunsturm der Atalanta-Bergamo-Anhängerschaft, Bengalos und für italienische Verhältnisse unglaubliche 4 Tore. Denn nach einer 2:1-Führung für Cesena schaffte das Heimteam kurz vor Schluss noch den Ausgleichstreffer. Der Torjubel inkl. Pogo war einfach phänomenal! Zufrieden ging’s zum Auto zurück. Wir machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft, denn auf eine weitere Nacht im Focus hatte keiner Bock. Außerdem wären wir zu fünft gewesen, da Junior-Hofer vom Bahnhof abgeholt wurde, da er am Sonntag mit nach Genua und wieder zurück nach Deutschland fährt. Eine Jugendherberge für 18 € die Nacht inkl. Frühstück war einfach eine sehr gute Lösung. Außerdem gabs endlich mal wieder ne Dusche *g*. Nach leckerem Cappuccino, Saft und Croissants gegen 9 Uhr Richtung Genua. Ein paar Ralley-Einlagen auf der Serpentinen-Straße durften nicht fehlen, auch wenn uns dabei manchmal das Herz ind Hosen rutschte. Die Hafenstadt selbst sehr schnell erreicht, aber wo ist das Stadion? Eine absolute Chaos-Fahrt stand nun an, denn das Luigi Ferraris Stadion konnten wir einfach nicht finden. Es lag zwischen einigen Häusern, wie sich nach 90-minütiger Suche rausstellte ^^. Heute war der A.S Livorno bei Sampdoria Genua zu Gast. Endlich Seria A J

Nach den gleichen Procedere (Pizza essen, Stadt bissl anschaun, chillen, etc.) ca. eine Stunde vor Spielbeginn um 14 Uhr ins Stadion hinein, nähe Gästeblock. Aus Livorno waren schätzungsweise 1200 Gäste vertreten. Da dieser Verein linksorientiert ist, zeigten einige Genua-Anhänger den Di Canio-Gruß. Waren etwa 12-jährige Kinder...die ital. Polizisten unternahmen dagegen nix, sogar eine Mülltonne sollte in den Gästeblock befördert werden, was allerdings nicht gelang. Die Livornesi hatten mittlerweile einen Feuerwehrschlauch in ihre Kontrolle gebracht u. spritzten Richtung Genua-Anhängerschaft! Die Sampdoria-Kurve kann man mit all seinen Zaunfahnen, Schwenkern, etc. einfach nur als „saugeil“ bezeichnen. Ebenso deren Lautstärke! Aber auch die Livorno-Leute konnten nach der 1:0-Führung durch Lucarelli glänzen. Kurz vor Ende viel nach einem Konter das 2. Tor für die Gäste, ebenfalls wieder durch den Star mit der 99. Das war dann auch der Entstand. Nach Rumpöbeln gegen Gäste machten wir uns aufn Weg zum Auto. Naja, Rückfahrt war scho recht kultig, vor allem nette Unterhaltungen *g*. Nähe Memmingen MC angefahren, bei München Junior-Hofer aussteigen lassen und um 1 Uhr morgens Regensburg wieder erreicht. Ich fuhr den Leihwagen noch zurück, Obi fuhr mich heim u. verkaufte mir Scheißhauslektüre u. Dünnpfiffbladl – übrigens beide sehr zu empfehlen. Gegen 2 Uhr fiel ich müde, aber glücklich ins Bett. Achja, um 6.45 Uhr klingelte der Wecker – Ferien waren vorbei, die Arbeit rief ^^.

 

 

25.03.2006: 1. FC Eschborn vs. SSV Jahn Regensburg, 0:0 (Regionalliga Süd), Heinrich-Graf-Sportanlage

 

Am heutigen Tag ging es, für mich eigentlich unerwartet, nach Eschborn. Unerwartet deshalb, weil ich normalerweise nicht mehr vor hatte, im Jahn-Fanbus mitzufahren, war doch die damalige Fahrt nach Offenbach recht asslig ^^. Dank Bronsky’s Überredungskunst saß ich nun an einem Samstag im Bus und es ging zum Tabellenletzten nach Eschborn. Auf der Autobahn eine Ausfahrt verpasst, legte der Busfahrer auf der Standspur gleich mal den Rückwärtsgang ein. Kultfaktor.

Sonst war die Fahrt recht ereignislos. Angekommen in Eschborn ging es gemeinsam ins ziemlich kleine Stadion des Schlusslichtes aus Hessen. Der Anpfiff rückte immer näher, und die Spannung bzw. die Erwartung stieg, sollten doch heute ganz sichere 3 Punkte mitgenommen werden. Nun ging’s endlich los, der Jahn hauptsächlich am Ball, doch richtige Torchancen wollten nicht herausspringen. Unmut machte sich breit, spielte man doch selbst gegen den Abstieg. Sinnlos-Support wurde nun im Block gegurgelt, hatte man bereits die Hoffnung aufgegeben. Es sprang tatsächlich ein 0:0 heraus, viel zu wenig. So steigt man sicher ab.

Nach Abpfiff noch kurz in die Stadionwirtschaft, aber gleich von den Grünen wieder rausgescheucht worden, denn sie bestimmen ja, wo wir hingehen dürfen und wann der Bus abfahren muss...

So ging’s wieder mit leeren Händen (ein Punkt bei Eschborn= kein Punkt) zurück in die Oberpfalz. Trotzdem ein recht schöner Tag, hatte man doch einen Ground gegen einen Gegner gemacht, auf den man so schnell nicht mehr treffen wird.

 

 

09.04.2006: VfB Stuttgart II vs. SSV Jahn Regensburg, 1:0 (Regionalliga Süd), Robert-Schlienz-Stadion

 

Sonntag, am nächsten Tag erst Arbeitsbeginn um 13 Uhr, was macht man?

Es geht nach Stuttgart, wo der Jahn gegen die Amateure des VfB kicken. Diesmal ging’s per Zug  und Begleiter Müchü nach BW. Für 6 € in die Landeshauptstadt gekommen, machten wir uns auf den Weg zum Robert-Schlienz-Stadion, welches direkt neben dem Gottlieb-Daimler-Stadion beheimatet ist. Es wurde mindestens 1 Punkt erwartet, denn eine Niederlage würde wohl endgültig das Gemüt unserer Kicker zerstören.

Sehr engagiert ging unsere Elf zu Werke, sollte doch Brauchbares herausspringen.

Doch es kam, wie es kommen musste: Die Stuttgarter gingen in Führung, ca. eine halbe Stunde vor Spielende. Unser Team aus Regensburg wollte, aber konnte nicht. Aus Frust wurde der Stuttgarter Torwart aufs übelste mit Schimpftiraden abgewatscht ^^.

Spiel aus, wieder leere Hände, sehr frustrierend das ganze.

Es ging zum Bahnhof zurück, Fressalien gekauft und mit Müchü kurz am Bahnhof rumgehangen.

Paar Minuten wieder zum eigentlichen Treffpunkt gekommen, aber was sehen wir – die Fan-Meute war verschwunden! Vergebliche Telefonate, man konnte niemanden erreichen. Man stand da, ohne Ticket, waren wir doch bei anderen mitgefahren. Verhängnisvoller Fehler.

Neues WE-Ticket gekauft, fuhren wir über Ulm und Augsburg nach München.

Ärgerlicher Punkt Nr. 1: Man wurde von Stuttgart bis München kein einziges mal kontrolliert!

Ärgerlicher Punkt Nr. 2: Es ging von München kein Zug nach Regensburg zurück, also bis 6 Uhr morgens am Bahnhof verharren -.-

Mit Wut im Bauch erst mal zum BK, aber davor von einem Burschen aufgehalten worden, der wissen wollte, ob wir „einen Typen mit Knarre“ gesehen haben ^^. Dies verneint, konnten wir endlich was essen.

Anschließend suchten wir Schutz vor der Kälte, also in den Warteraum, wo wir es aber keine 20 Minuten aushielten, war es doch zu stickig und asozial stinkend, des weiteren überfüllt.

Nun wanderten wir an den Gleisen auf und ab, Müchü machte ein Foto von der Uhrzeit – asoziale Momente müssen eben festgehalten werden *g*.

Man erblickte einen internationalen Fahrplan mit Zugverbindungen nach Neapel, Kopenhagen, Amsterdam etc., welche unser Gemüt für eine kurze Zeit etwas gerade rückte. Die Kälte wurde immer übler, in den Warteraum wollten wir nicht mehr. Als ein Zug auf dem Gleis, wo wir in der Früh gleich Richtung Regensburg fahren sollten, hielt, drückte ich ohne jegliche Hoffnung einfach mal auf den Knopf der Tür – und diese öffnete sich. Nicht lange gezögert, und es ging in den etwas wärmeren Zug. Dort langgelegt und ein bisschen Augenpflege betrieben. Nun fuhr man endlich wieder Richtung Regensburg, aber 20 € ärmer für eine einfache Fahrt, denn das billigere Bayernticket konnte erst ab 9 h angewendet werden...

Kurz vor halb 8 in der Früh in der Heimat angekommen, ging’s mim Bus nach Hause, geduscht und für 3 Stunden aufs Ohr gelegt, musste man ja um 13 h wieder zum Arbeiten beginnen.

Und die Moral von der Geschicht: Kauft euch ein eigenes Ticket, und gebt es aus den Händen nicht ^^

 

 

29.04.2006, 14.00 Uhr: SV Babelsberg 03 vs. Ludwigsfelder FC, 3:1 (Oberliga NOFV-Nord), Karl-Liebknecht-Stadion

29.04.2006, 20.00 Uhr: Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern München, 0:1 (DFB-Pokalfinale), Olympiastadion Berlin

 

Als der FC Bayern ins DFB-Pokalfinale einzog, war für Müchü und mich klar, dass wir zum Finale nach Berlin fahren müssen. So meldeten wir uns für den Sonderzug in die Hauptstadt an! Am Freitagabend um 22.30 h am Bahnhof in Regensburg eingetroffen, Eintrittskarte und Ticket für Stadion u. Sonderzug geholt, anschließend erst nach München. Dort am Bahnhof schon einiges los, um kurz vor 1 h Richtung Berlin. Im Zug vorhanden waren u. a. Partyabteil u. eine Bar für Getränkenachschub ^^. Nach ca. 20 Minuten ein nicht eingeplanter Stopp: Was war passiert? – Die Notbremse musste auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden ;-)

Kurz darauf ging’s weiter und ca. 4 h erreichte man Nürnberg, wo weitere Bayernfans in den Zug stiegen. Langsam machte sich bei Müchü u. mir die Müdigkeit breit, ist man ja scho seit kurz vor 7 h wach. Aber mit 5 Leuten im Abteil ist der Schlaf net so gut, besonders, wenn man ne Lehne dauernd im Kreuz hat ^^. Der junge Herr am Fußboden allerdings schaute 9 h morgens recht fit aus *g*. Gegen halb 11 erreichten wir Berlin-Spandau – „Hurra, Hurra, die Münchner die sind da!“

Michi und ich kauften uns erst mal ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin, hatten wir doch Großes an Kultur und Groundhopping vor. So fuhren wir zuerst in die Stadtmitte. Etwas durch die Hauptstadt geschlendert, erreichten wir nach gut einer Stunde das Brandenburger Tor und das Reichtagsgebäude. Einige Fotos geschossen, und weiter zum Bahnhof Lehrte, um mit der S-Bahn nach Babelsberg zu fahren, um ein 4-Liga-Spiel konsumieren zu können! Kurz vor unserer Fahrt traf der Frankfurter Sonderzug ein, und die Fans machten sich lautstark bemerkbar ^^. Nach endslanger Fahrt (ca. 45 Minuten) erreichten wir das Karl-Liebknecht-Stadion. Kontrollen am Eingang wieder mal sehr genau, aber die Ordnerin war dafür ganz ok ;-). Das 1:0 der Heimmannschaft hatten wir verpasst, aber egal. Bei Dauerregen wars ein recht flottes Spiel, Babelsberg ging mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit. Filmstadtinferno zeigte ziemlich lauten Support, aus Ludwigsfelde waren nur ein „paar durchtrainierte Herren“ am Start ^^. Nach 90 Minuten hatte Babelsberg 3 Punkte sicher, das Spiel endete 3:1. Wir 2 machten uns auf den Weg zur S-Bahn, soll es nun jetzt zum Olympiastadion gehen. Gegen 18.30 h erreichten wir die Spielstätte, und was soll man sagen? – Schon ein monströses Drum, des Stadion. Von Außen alter Baustil, innen ziemlich modern. Noch ein Bierchen gekauft, und ca. 1 Std. vor Spielbeginn die Plätze eingenommen und einige Fotos gemacht. Aus Frankfurt konnte man ca. 15.000 Leute begrüßen. Nationalhymne vorm Spiel lautstark mitgesungen, um 20 h endlich Anpfiff. Frankfurt hauptsächlich am Drücker, wollten sie doch den großen Favoriten aus München stürzen. Die Bayern spielten etwas lustlos, so kam Frankfurt zu seinen Chancen, jedoch auch die Münchner, da die Hessen ein paar mal unkonzentriert spielten. So stands zur Halbzeit 0:0. Nach der Pause zeigte der deutsche Rekordmeister eine motiviertere Leistung, so machte Pizarro nach einer Ecke von Ze Roberto in der 59. Minute das 1:0. Der Jubel kannte nun keine Grenzen mehr, einfach nur geil! Weitere Großchancen konnten die Bayern allerdings nicht nutzen, nur Olli Kahn konnte 5 Minuten vor Ende eine der Frankfurter zunichte machen!

Dann wurde abgepfiffen und die ca. 25.000-30.000 Münchner Fans waren aus dem Häuschen! Nach dem obligatorischen Siegesliedern der Fans u. der Ehrenrunde der Sieger mit dem Pokal ging’s kurz vor 23 h wieder zurück zum Bahnhof nach Spandau. Gegen Mitternacht dort angekommen, und einige Frankfurter gesichtet, die jedoch über ihre UEFA-Cup-Teilnahme nicht allzu traurig waren. Um 1.15 h wieder mit dem Sonderzug zurück nach München, diesmal nur Müchü u. ich im Abteil. Ein erholsamer Schlaf nun möglich – Nein! Die verdammte Heizung fiel aus, arschkalt wars. Um kurz vor 8 erreichten wir etwas müde und durchgefroren, aber endsglücklich, Regensburg!

Insgesamt wars ne recht geile Tour, nur Zugpennen is etwas unbequem^^.

 

 

03.06.2006: VFC Plauen vs. Chemnitzer FC, 0:1 (Sachsenpokal-Finale), Vogtlandstadion

 

Eigentlich sollte es an diesem Tag mit Burgi nach Unterhaching zum Klassiker BFV-Auswahl vs. Paraguay gehen, doch dank Bronsky’s Überredungskunst ^^, führte uns der Weg zum Finale des Sachsen-Pokal nach Plauen. Dank der Unwissenheit meiner Hopping-Kollegen (kleiner Seitenhieb am Rande ;-), löste man ein Bayernticket (!!) und fuhr damit nach Plauen. Wenn wir doch nur ganz Europa so schnell bayerisch machen könnten... *g*

Egal, Spaß beiseite, die Pflicht ruft. Ohne Probleme (Vogtlandbahn will wohl nie kontrollieren *g*) in Sachsen angekommen, konnte man auf den Weg Richtung Stadion schon einige Leute aus Chemnitz erblicken. Konnte also ein heißer Tanz werden. Ground selbst liegt landschaftlich sehr schön in einem Waldgebiet, richtig idyllisch, zum Dahinschmelzen ^^.

Chemnitz größtenteils spiel- und feldüberlegen, gewann verdient das Finale.

Siegerehrung net so wichtig, Zug nach Hause soll ja wieder erwischt werden. Am Bahnhof noch Proviant für die Rückfahrt gekauft und mit dem Bayernticket, dass ja bundesweit gilt ;-), wieder zurück in die Oberpfalz. Netter Samstag, gerne wieder.

 

 

18.06.2006: Frankreich vs. Südkorea in Leipzig, 1:1 (2. WM-Vorrunde), Zentralstadion

 

Als damals die Entscheidung fiel, freute man sich wie ein Schnitzel, dass eine Fußballweltmeisterschaft in Deutschland stattfindet. Wie man als Jugendlicher so ist, plante man mit Freunden, Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu besuchen etc.

Paar Jahre später...

Die Realität ist ganz anders. Statt Fußball-Weltmeisterschaft wurde nun die FIFA-Weltmeisterschaft ausgetragen, öffentlicher Ticketverkauf war ein Fremdwort, Ticketing mit Kreditkarte das neue Flügelwort in der doch arg kommerzialisierten Sportlandschaft. In der 1. und 2. Verkaufsphase gescheitert, wütend auf Kommerz und FIFA. Da erlebt man eine Fußball-WM vor der Haustüre und man hat keine Chance auf Eintrittskarten.

So wurden also Karten für Spiele der deutschen Kicker ad acta gelegt, es ging nur darum, überhaupt mal ein WM-Spiel live im Stadion (neudeutsch: Arena) verfolgen zu können. Irgendwann im Mai mal die Mails gecheckt, siehe da, Post von der FIFA. Man erwartete schon die 3. Absage, doch dann traute ich meinen Augen nicht. 2 Karten für Frankreich vs. Südkorea in Leipzig, Kategorie 1. Teurer Spaß, aber Freude trotzdem wahnsinnig groß!

Da Verwandte unweit von Leipzig ihr zu Hause haben, hatte man auch schon eine Übernachtungsmöglichkeit und so ging’s mit Eltern  und Bruder nach Sachsen. Familientreffen dank Fußball – das runde Leder macht es möglich.

Wir schreiben Sonntag, den 18.06.06. In der Nacht zuvor sehr unruhig geschlafen, bereitete man sich aufs heutige Erlebnis um 20.30 h vor, indem man die Spiele vom Nachmittag am Bildschirm begutachtete. Gegen 18 h machten wir uns dann auf den Weg ins WM-Stadion, meine Mum ließ meinen Vater und mich am Hauptbahnhof aussteigen, von dort schlenderten wir zum Stadion, was schon ein wahnsinniges Erlebnis war, wenn man die fanatischen koreanischen Fans erblickte. Rein ins Stadion, Fotos gemacht, Fans begutachtet und Plätze eingenommen. Man kann sagen, dass es wahrlich Kategorie 1 war, saß man nur ein Paar Meter vom Spielfeld entfernt und sehr nah beim koreanischen Fanblock. Endlich ging’s los, mein aller erstes A-Länderspiel überhaupt. Stadion bis auf wenige Sitze ausverkauft, die ca. 5.000 koreanischen Fans legten eine Stimmung an den Tag, welche an die WM von 2002 erinnerte. Sehr geil, wenn wirklich alle mitziehen und ihr Team nach vorne peitschen. Mein Vater total überwältigt, besucht er doch eigentlich nie Fußballspiele im Stadion. Von den Fans aus Frankreich konnte ich sehr selten was hören, saßen sie doch sehr weit von unseren Plätzen weg. Oder waren sie wirklich so ruhig?

Nach 9 Minuten gingen die Blauen durch Henry in Führung, was aber die Fans aus Asien nicht verstummen ließ.

In der Halbzeit wegen Hitze überteuertes Cola gekauft, aber wollte eh nen Becher als Sammlerobjekt (oh je, hat mich der Kommerz nun auch gepackt?).

2. Halbzeit, anderes Bild. Die Franzosen wurden noch schwächer, als sie eh schon waren, die Asiaten dafür stärker. Einige Großchancen wurden herausgespielt, und 10 Minuten vor Ende der verdiente Ausgleich, welcher die koreanischen Fans in so eine Ekstase versetzte, dass man nur Gänsehaut bekommen konnte.

Kurz vor Spielende wurde ein schwacher Zidane ausgewechselt. Mit so einer Leistung hätte Frankreich ein Weiterkommen nicht verdient gehabt, aber es kam ja alles anders, wie man bis zum 9. Juli sehen konnte ^^.

Korea kam leider nicht in die KO-Runde, die Fans hätten es verdient gehabt.

Ingesamt muss ich sagen, dass ich diese WM niemals so geil erwartet hätte. Auf ein neues am 21.06.06 in München... ;-)

 

 

21.06.2006: Elfenbeinküste vs. Serbien-Montenegro in München, 3:2 (3. WM-Vorrunde), Allianz-Arena

 

Sonntag in Leipzig, heute in München, wieder ein Abendspiel. Karte irgendwann mal 2 Uhr morgens zufällig bekommen. Erst gar kein Glück, dann doppeltes Glück. Da ein Kumpel aus Kindergartenzeiten mit seinem Vater ebenfalls Karten für Elfenbeinküste vs. Serbien-Montenegro ergattern konnte, war eine Mitfahrgelegenheit bereits gesichert. An der Arena angekommen, musste ich mir erstmals meine Karten beim Ticket-Center abholen, welches doch recht „gut versteckt war“ (Zelte hinterm Parkhaus). Ganze Procedere über mich ergehen lassen, Karte geholt und nun konnte der Spaß beginnen. Strömender Regen, eine ganz ungewohnte Sache während der WM, aber egal, Blitz und Donner dazu macht die Sache auf der Tribüne erotischer ^^. Mit meinem Platz war ich allerdings nicht zufrieden, denn Kategorie 1 im 3. Oberrang kann man fast schon als Frechheit sehen. Sehr schade auch, dass Didier Drogba bei den Ivorern gesperrt war und es zudem für beide Teams nur noch um die goldene Ananas ging, da Argentinien und Holland die KO-Runde bereits erreicht hatten. Bei diesem Spiel war im Gegensatz paar Tage zuvor in Leipzig so gut wie keine Stimmung vorhanden, dafür war das Spiel viel viel besser. Serbien lag nach 20 Minuten bereits 2:0 in Führung, kurz vor der Halbzeit Elfer für die Elfenbeinküste, welcher durch ein Blitz-Spektakel am Himmel begleitet wurde. Sekunden vor Ende der 1. Halbzeit Ampelkarte für Serbien, Halbzeit 1:2.

Erwartungen bisher erfüllt. Halbzeit 2 ähnlich gutes Spiel, allerdings Elfenbeinküste feldüberlegen, knapp 25 Minuten vor Ende der Ausgleich zum 2:2. Paar Minuten vor Spielende wieder Elfer für die Ivorer, ein 2. Mal Handspiel im Strafraum durch Dudic. Sollte sich mal bei der serbischen Handball-Mannschaft bewerben...

Treffer, 0:2-Rückstand in 3:2 gedreht, der 1. Sieg für die Ivorer bei einer WM überhaupt, die Ampelkarte in der letzen Minute für die Afrikaner nebensächlich.

Insgesamt ein fantastisches Spiel, der Klassiker Argentinien – Holland endete torlos, hätte mich wohl vor dem TV-Gerät daheim übelst aufgeregt.

So war dieser schöne Mittwochabend für mich nun auch zu Ende und es ging von der oberbayerischen Hauptstadt zurück nach Regensburg. Ein sehr geiles Spiel, voll auf meine Kosten gekommen.

 

 

29.07.2006: SC Fürstenfeldbruck vs. SSV Jahn Regensburg, 2:3 (Bayernliga), Klosterstadion

 

Es war zur Realität geworden, der geliebte Jahn leider in der Bayernliga. Aber was soll’s, man hält natürlich die Treue. 1. Spieltag, es sollte nach Fürstenfeldbruck gehen. Statt Zug wurde heute ein Auto eingesetzt, hatte doch ein Mitfahrer am heutigen Tag seinen 16. Geburtstag  und wollte rechtzeitig daheim sein. Börger stellte sein Gefährt zur Verfügung und so ging es mit Burgi, Looty und Geburtstagskind Matze R. nach FFB. Fahrt recht ereignislos, Ort und Stadion relativ schnell gefunden, Karten gesichert und einen kleinen Spaziergang unternommen. Suche nach Essen erfolglos, hatte kein Bäcker o. Metzger Samstag um 14 Uhr offen. Gegen 14.15 h das Stadion betreten, netter Ground, Erwartungen an unser Team natürlich groß, 3 Punkte sollen heute her!

Zur Halbzeit 1:1, man musste also wieder zittern. Sollte es so weitergehen wie in der RL?

Erstmals ja, aber paar Minuten vor Ende wurden wir mit dem 3:2 erlöst, der 1. Sieg unter Dach und Fach, endlich Kämpfermoral, so wollen wir unser Team sehen.

Toller Samstag.

 

 

06.08.2006: FC Artmedia Bratislava vs. MFK Ruzomberok, 2:2 (Corgon Liga), Stadion Petrzalka

06.08.2006: SK Rapid Wien vs. SCR Altach, 3:2 (T-Mobile BL), Gerhard-Hanappi-Stadion

 

Ein neuer Länderpunkt sollte mal wieder gemacht werden – die Wahl fiel auf die Slowakei, genauer gesagt Bratislava. Am Samstag zuvor noch das Jahn-Heimspiel gegen die Amas von Wacker Burghausen im heimischen Jahnstadion verfolgt, wobei man einen 2:1-Heimsieg bejubeln konnte. Nicht zu bejubeln war das Wetter, schüttete es doch aus Kübeln. Kann ja eine tolle Fahrt werden. Gegen 17 Uhr ging’s dann los, mit an Bord in meinem Punto Bronsky und Burgi. Richtung Passau weiterhin Regen, doch die Toten Hosen und lustige Gespräche sorgten für viel Abwechslung. Kurz nach der österreichischen Grenze getankt, zwar um einiges gestiegen, aber trotzdem noch „relativ normal“. Weiter geht’s, der Weg ist das Ziel.

Nach ca. 4 Stunden konnten wir die Wiener Öl-Raffinerie bestaunen, Bratislava war also nicht mehr weit. Nach Landstraßen-Cruising erreichten wir die slowakische Hauptstadt. Auf den ersten Blick gar net so schlecht, moderne Brücke über die Donau und ein großer Tower präsentierten die Stadt recht positiv. Spritpreise no besser als im Ösi-Land, so lob ich mir das. Im Internet wurde vor ein paar Tagen eine Jugendherberge reserviert, die nun angefahren werden sollte. Da man diversen Routen-Planer nicht trauen kann, konnte selbst durch Hilfe eines Slowaken (er fuhr mit seinem Auto bis zu dieser Straße, wir hinterher) die Jugendherberge nicht gefunden werden. Entweder, es war ein ganz verstecktes Ding oder es gab dieses Drum einfach net. Zum Glück net schon im Voraus bezahlt... Mittlerweile war es 1 Uhr morgens, andere Hotels zu teuer. Es kam, was ich auf jeden Fall vermeiden wollte: Autoübernachtung. Burgi hinten auf der Rückbank, vorne Bronsky und ich. Ruhige Sackgasse gesucht, Sitz nach hinten gestellt und für August ziemlich niedrigen Temperaturen im Auto dahinvegetiert.

Morgens 7 Uhr in Bratislava, da schau her, wenigstens am Leben. Erst mal alle Türen vom Auto aufgerissen, muffelte es doch schlimmer als im Schweinestall ^^. Deo von Burgi sorgte zudem für bessere Luft. Anschließend wurde das goldene M anvisiert und Nahrung aufgenommen. Die süße MC-Maid konnte uns 3 durch die Bank begeistern.

Aber genug der Frauen-Geschichten, das runde Leder wartet auf uns. Ziel hieß Petrzalka, wo Artmedia seine Heimspiele austrägt. Stadion ca. gegen 9 Uhr erreicht, Auto unweit vom Stadion geparkt. Auf zur Kasse, Karten gesichert und rein in den Ground. Schmuckes Ding, wusste zu gefallen, das Wetter allerdings nicht. Bronsky prophezeite eine Spielabsage, welche durch Pfützen auf den Rasen net mal sooo unrealistisch gewesen wäre. Hätte mich wohl völlig in den Wahnsinn getrieben ^^. Zum Glück kam alles anders, Lubos Michel pfiff die Partie pünktlich um halb 11 an. Die Gäste aus Ruzomberok gingen nach 5 Minuten durch einen sehenswerten Weitschuss in Führung, 10 Minuten vor dem Pausen-Tee der Ausgleich für die Gastgeber. Stimmung auf beiden Seiten mau, bzw. nichts vorhanden. 20 Minuten vor Ende erneut die Führung für die Gäste, welche 5 Minuten vor dem Ende erneut egalisiert werden konnten. Länderpunkt Slowakei endlich gefallen, glücklich und zufrieden ging’s zum Auto und nun Richtung Wien. Da auf der Autobahn durch seltsame Umstände eine Tankstelle verpasst wurde, drehten wir an der Grenze einfach noch mal um, billiges Benzin muss man schließlich nützen. Autobahn Richtung Wien konnte dann irgendwie nimmer gefunden werden, also über die Landstraße in die österreichische Hauptstadt. Heute sollte ein Besuch bei Rapid Wien abgestattet werden. Besuch bei MC sollte zuerst erfolgen, gibt’s ja sonst nix anders ^^. An einer Tankstelle mal gefragt, wie man am besten nach Hütteldorf kommt, konnte man an einem Stadtplan erkennen, dass man ganz woanders war. Toll!

Vor allem, Wien ist ja auch so was von klein, also alles kein Problem. Auf der Suche weitere Einwohner gefragt, wir kamen unserem Ziel näher. Und wenn Bronsky nicht gewesen wäre, hätten wir wohl das 5 x 6 cm große Schild „Hütteldorf“ nie entdeckt. Wenigstens schon mal den richtigen Stadtteil erreicht ging es über Straßenbahnschienen, Umleitungen etc. immer weiter. Angst machte sich bei mir breit, man könne sich wieder verfahren haben. Doch die Erlösung erfolgte bald, das Stadion erblickt und Parkplatz in Seitenstraße gefunden. Puh, geschafft! Da die Kultur auch nicht vernachlässigt werden darf, machten wir uns zur U-Bahn-Station auf und fuhren in die Innenstadt mit Ziel Stephansdom. Etwas durch die schöne Stadt geschlendert, erreichten wir kurze Zeit später das Bauwerk. Wirklich sehr schön, sollte man mal gesehen haben. Magen ruft – MC wir kommen. Kann euch hiermit versichern, dass dies der letzte Besuch an diesem Tag war ^^. Wien also auch bissl gesehen, wieder zurück zum Stadion, dort schon einiges los, also Karten gesichert. Burgi hingegen wollte das U-Bahn-System bis zum bitteren Ende testen, er wollte nicht mit ins Stadion. So erlebten Bronsky und ich ein recht geiles Intro der Rapid-Fans, aus Altach waren ein paar verstreute Genossen anwesend. Wien ziemlich laut, sorgten für gute Stimmung im Gerhard-Hanappi-Stadion.

Die Gäste gingen sehr überraschend in Führung, aber nach 35 Minuten war das Spiel gedreht und die Grün-Weißen führten mit 2:1, was auch gleich der Halbzeitstand war. Knapp 20 Min. nach Wiederanpfiff der Ausgleich, womit der Aufsteiger die Wiener überraschte.

Sollte der Favorit heute stolpern?

Die Antwort lautet „nein“, denn 15 Minuten vor Abpfiff das 3:2 für die Hütteldorfer, was auch den Endstand bedeutete.

Bronsky und ich machten uns auf den Weg zum Auto, ein paar Minuten später traf auch Burgi ein. Kurz vor 22 Uhr traten wir unsere Fahrt Richtung Heimat an. Durch diverse Sackgassen konnten wir keinen direkten Weg Richtung Autobahn ausfindig machen, also ne Dreiviertelstunde durch die halbe Stadt. Dabei sehr freizügige Damen am Straßenrand gesichtet, was für sehr heitere Stimmung im Auto sorgte *g*. Autobahn nach Linz gefunden, also alles Roger in Kambodscha.

Wetter war alles andere als Roger, übelster Regen sorgte teilweise für Aquaplaning. Im Nachhinein bin ich aber glaub ich ganz froh drüber, weil ich mich deshalb so sehr konzentrieren musste, dass selbst durch sehr große Müdigkeit meine Äuglein nicht zufielen. Neben- und Hintermann waren ja in der Zwischenzeit weggenickt. Kurz vor der deutschen Grenze beide wieder sehr gesprächig, dadurch kaum Müdigkeit vorhanden. Paar lustige Gespräche und Anekdoten aus der gemeinsamen Schulzeit sorgten für gute Stimmung und gegen halb 3 in der Früh erreichte man Regensburg. Burgi und Bronsky heimgefahren, selbst ca. 3 h das heimische Gefilde erreicht und todmüde ins Bett gefallen. 4 Stunden Schlaf und auf in die Arbeit, 1100 km in 34 Stunden, im Gegensatz zu anderen Leute ein Witz, aber ein bisschen stolz bin ich trotzdem ^^. Kultige Tour.

 

 

12.08.2006: SpVgg Bayern Hof vs. SSV Jahn Regensburg, 1:3 (Bayernliga), Stadion Grüne Au

 

Letzte Woche Bratislava und Wien, heute Hof. Statt Corgon-Liga und T-Mobile-Bundesliga die gute alte Bayernliga. Unser geliebter SSV trat heute in Oberfranken an. Kurz nach 11 Uhr Abfahrt vom Hbf Regensburg, Begleiter Looty, Müchü und Matze R.

Zugfahrt ziemlich ereignislos, Gesprächsthema der Kommerz im deutschen Fußball.

Gegen halb 2 Hof erreicht, kleines Stückle mim Bus gefahren und mit einem hilfsbereiten Rentner zum Stadion geschlendert.

Karten gekauft und ab in den Gästeblock. Doch zuvor wurde man persönlich vom Jahn-Trainer Günter Güttler mit einem „Servus“ begrüßt. Bayernliga macht’s möglich ^^. Im Block drinnen wurden ein paar Fotos vom schmucken Stadion gemacht, kleiner Smalltalk mit Junior-Hofer und dann unsere Kicker beim Aufwärmen beobachtet. 15 Uhr ging’s endlich los, ordentliche Anzahl im Gästeblock. Der Jahn spielerisch überlegen, zur Halbzeit 2:0 in Führung, relativ sicher also. Als Hof durch einen sehenswerten Freistoß auf 1:2 verkürzen konnte, musste man nochmals zittern.

Kuriose Szene noch, als der Hofer Keeper (Glatze) seinen afrikanischen Mitspieler nach dessen Ampelkarte über das halbe Feld schubste...Kult ^^

Die letzten Sekunden des Spiels liefen, Ecke für Hof, sogar der Torwart vorne im Strafraum dabei. Regensburg kann jedoch den Ball erobern und machte das 3:1 ins leere Tor der Gastgeber. Die Entscheidung!

Wichtiger Auswärtssieg, Freude bei Fans und Spielern sehr groß.

Zug musste erreicht werden, deshalb nach Abpfiff gleich raus und Richtung Bahnhof.

Unser Gefährt kam aus Leipzig, also alles voll, kein Sitzplatz, also im Gang halb sitzend, halb stehend die Zeit totgeschlagen. Müchü wurde noch von einem Idioten blöde angefahren, er solle sich doch nicht so breit machen. Also hieß es zurückpöbeln und Morddrohungen ausrufen ^^.

Gegen 20 Uhr wieder Regensburg erreicht, tolle Auswärtsfahrt, Samstag sinnvoll gestaltet.

 

 

24.08.2006: Punjab Police vs. Rail Coach Factory, 0:0 (Punjab State Super League), Polizeisportanlage Jalandhar

 

Mitte August stand mit den Eltern, Bruder und Cousin eine Fernreise an, genauer gesagt, Indien. Monate davor wurden Spielpläne und Partien rausgesucht, die man verwirklichen könnte, denn wenn man schon mal in so ein Land kommt, sollte ja auch wenigstens ein Fußballspiel angeschaut werden. Mein eigentliches Ziel Ludhiana fiel buchstäblich ins Wasser, denn tagelanger Regen überflutete die Stadt und machte uns deshalb sehr misstrauisch, ob dort überhaupt ein Spiel stattfinden würde.

Ausweichmöglichkeit war also die Stadt Jalandhar. Da diese Stadt auf dem Weg nach Amritsar liegt, bekam ich auch das OK meiner Mitreisenden (Amritsar war das Endziel, da dort der Goldene Tempel besichtig werden sollte).

Früh morgens aufgebrochen ging es bei der sehr großer Hitze mit unserem Taxi nach Jalandhar. Ein Taxi kann man in Indien nur empfehlen, da es für einen km nur Cent-Beträge sind und selbst niemals dort fahren könnte, weil Kühe, überladene LKW und Motorräder mit teilweise 4 Leuten oben drauf wie geisteskranke Psychos unterwegs sind. Das ständige Hupen würde außerdem uns Europäer wohl zur Weisglut bringen, dort kommt es einen so vor, das Gaspedal und Hupe in einem integriert sind ^^. Wenn man sich jedoch nach ein paar Tagen dran gewöhnt hat, ist dies alles recht lustig zum Anschauen *g*.

Naja, also endlich heil in Jalandhar angekommen, suchte man das Sri Guru Gobind Singh Stadium. Unser Taxifahrer frage ein paar mal nach und man fand es schließlich auch. Was soll man dazu sagen, etwas verfallen das ganze, aber egal. Man betrat das Stadion uns sah bereits ein paar Männer kicken. Mit feinstem Englisch gefragt, wann das Spiel beginnt, bekam man als Gegenfrage „What a match“?

Entsetzen machte sich bei mir breit, sollte der Länderpunkt nicht zu Stande kommen?

Die überhaus freundlichen und hilfsbereiten Herren zückten ihre Handys und telefonierten wie die Weltmeister umher. Ca. 15 Minuten später kamen sage und schreibe 10 weitere Männer hinzu, darunter ein Mitglied von der Punjab Police. Dieser erklärte uns, dass das Spiel gegen Rail Coach Factory (eigentlich alles „Betriebsmannschaften“, gehören aber alle der offiziellen Fußball-Liga im Punjab, der Punjab State Superleague, an) um 16 Uhr auf dem Polizeisportgelände stattfinden würde. Puh, Steine fielen mir vom Herzen.

Und vom Himmel viel was anders – verdammter Regen. Es schüttete wie aus Eimern, Pfützen auf den Straßen, aus Staub wurde Schlamm. Gegen 15 Uhr das Gelände der Polizei erreicht, Fußballplatz glich einem Reisfeld. Tolle Neuigkeiten, wieder war Zittern angesagt. Man setzte sich jedoch erst mal unter einem Pavillon-Zelt hin und bekam kostenlos Milchtee und Süßigkeiten serviert. Sehr freundlich und aufmerksam!

Besorgter Blick auf die Uhr, 15.50 h, erst jetzt machten sich die Spieler warm und die Pfützen wurden noch immer vom Feld beseitigt, öfters konnte man es donnern hören. Herz pochte immer schneller. 16.15 Uhr, die Schiris machten sich warm, hmm, eigentlich ein gutes Zeichen. Plötzlich wieder bisschen Regen, Hoffnung schwand.

16.35 Uhr endlich Anpfiff, ich konnte es kaum glauben. Erleichterung, Puls ging deutlich zurück ^^. Zum Spiel selbst kann ich einfach nur sagen, dass es grottig war. Kaum Torchancen, viele Fehlpässe, Niveau Bezirksliga in Deutschland. Kann aber auch am Reisfeld-Platz liegen. Naja, nach 90 Minuten auf beiden Seiten keine Tore, aber das war mir relativ wurscht. Länderpunkt Indien in der Tasche, das zählt. Glücklich und erleichtert machte man sich auf den Weg nach Amritsar, es stand wieder Kultur auf dem Programm.

Fazit: Auf Spielpläne und Anstoßzeiten kann man sich in den „unteren Ligen“ absolut nicht verlassen, es muss auch wegen der ziemlich üblen Verkehrssituation viel Zeit einkalkuliert werden. Insgesamt kann ich aber sagen, dass diese Reise ein absolutes Erlebnis war, eine ganz andere Welt, mit Europa nicht zu vergleichen. Die Leute aber sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit!

 

 

17.09.2006: VfL Sindelfingen vs. SC Sand, 6:2 (2. Damen-Bundesliga), Floschenstadion

17.09.2006: SSV Reutlingen vs. FC Bayern München 2, 0:2 (Regionalliga Süd), Stadion Kreuzeiche

 

Statt Asien Europa, statt Punjab Baden-Württemberg. Ersten Spiele nach meinem Urlaub auf heimischen Boden. Heute sollte es nach Sindelfingen und Reutlingen gehen. Schnitzl von RWB der Fahrer, weitere Mitfahrer Bronsky und Müchü. Treffpunkt an der OMV beim Jahnstadion zu einer noch recht humanen Zeit, erste Spiel um 11 Uhr in Sindelfingen. Fahrt mit Böhse Onkelz und Unterhaltungen verbracht, erreichte man recht schnell unser 1. Ziel. Auf dem Programm, und für mich Premiere, Frauenfußball. Sichtlich gespannt sicherte man sich Eintrittskarten und nahm auf der Tribüne Platz. Die Frauen des VfL empfingen heute den SC Sand, beide nach dem 1. Spieltag auf Platz 5 in der 2. Bundesliga Süd. Spiel ging los, gleich von Anfang an sehr hohes Tempo und Kämpferherz der Damen. Da es in der Natur des Mannes liegt, war man erst mal auf der Suche nach hübschen Kickerinnen, ein paar konnte man auch erblicken. Unterschied zu den Männern ist, dass bei einem Foul das Gekreische doch etwas intensiver ist ^^. Zur Halbzeit führten die Gastgeberinnen mit 2:1.

In der Pause Stadionrunde gemacht und versucht, in die Umkleide der Frauen zu gelangen *joke* ^^. Weiter geht’s, 2. Halbzeit wurde angepfiffen. Selbes Bild, wieder sehr engagiertes Auftreten beider Teams, Sindelfingen jedoch überlegen, weitere Tore folgten, das Endergebnis mit 6:2 doch sehr deutlich, aber nicht unverdient.

Insgesamt ein sehr gutes Spiel, Frauenfußball scheint doch net so schlecht zu sein ^^.

Noch knapp 2 Stunden bis zum nächsten Spiel, also auf nach Reutlingen. Dort angekommen konnte man schon einige Bayern-Fans erkennen, spielten doch heute die Amateure des FCB bei Reutlingen. Auf dem Kunstrasen neben dem Stadion noch ein bisschen B-Jugend (glaub ich) angeschaut, anschließend in den Gästeblock, der mit ca. 200 Leuten besetzt war. Das 1:0, ein Elfer für die Bayern, Sekunden vor dem Pausen-Tee verpasst, die Blase musste entleert werden -.-

Nach der Halbzeit das gleiche Bild, die kleinen Münchner feldüberlegen, in der 54. Minute das 2. Tor, wiederum durch Maierhofer. 20 Minuten vor Ende noch eine Ampelkarte für die Gäste, am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr, die Bayern entführten 3 Punkte aus Reutlingen. Gegen halb 9 Regensburg erreicht, insgesamt netter Sonntag.

 

 

01.10.2006: Red Bull Salzburg vs. SV Josko Fenster Ried, 1:1 (T-Mobile BL), Stadion Wals-Siezenheim

 

Im Juli 2005 war Red Bull Salzburg in Ried zu Gast, heute sollte endlich mal der Ground in Salzburg fallen. Zufällig war heute die Gastmannschaft der SV Ried. Damals schlugen die Oberösterreicher die Roten Bullen mit 3:0, der unbelehrbare Pöbel aus Salzburg kämpfte noch gegen Kommerz-Kacke und für den Erhalt der violetten Vereinsfarbe.

Knapp 16 Monate alles ganz anders: RB Salzburg mit Event-Publikum, die Unbelehrbaren gründeten einen neuen Verein in der Landesliga, den SV Austria Salzburg.

Mit Müchü einen Mitfahrer und weiteren Hasser der Roten Bullen gefunden, fuhren wir mit dem Zug über München nach Salzburg. Von dort mit dem Bus gleich weiter zum EM-Stadion nach Wals-Siezenheim, im Bus kontrolliert worden und gleich erfahren, dass das Bayernticket für öffentliche Verkehrsmittel in Österreich ungültig ist. Naja, Kontrolleur zeigte zum Glück Verständnis, also normales Ticket gelöst.

Im Internet konnte man auf der Homepage der Salzburger lesen, dass bereits über 14.000 Karten verkauf worden seien und man mit ausverkauftem Haus rechnete, dies machte uns etwas bedenklich, aber man bekam dennoch Karten, das Spiel war auch nicht ausverkauft (schätze 16.000 Zuschauer).

Erschreckend aber, dass so viele „Fans“ mit Trikots, Schals, Fahnen etc. rumlaufen. Aber kein Wunder, wenn Herr Mateschitz auf die Dauerkarte ein Leiberl drauflegt. Halbe Stunde vor Anpfiff die Bullenarena betreten, am Eingang zufällig von einem Ordner mitbekommen, dass es sich heute doch tatsächlich um ein „Risikospiel“ handelt, naja, was soll man sagen, einfach lächerlich. Ebenso die Sinnlos-Show, Werbung für einen bestimmten Energy-Drink und weiterer Schmarrn. Plätze hatten wir direkt neben dem Ried-Block, ca. 300 Leute machten sich auf den Weg in die Mozartstadt. 15.30 h Anpfiff, die Roten Bullen zeigten gleich, dass sie ihren Platz an der Sonne verteidigen wollen. Ried auf dem letzten Platz, ein Sieg muss also her. Überraschend aber die 1:0-Führung für die Gäste, Salzburg sichtlich schockiert. Halbzeit war, komischer Fan-Reporter im Salzburg-Block wollte „für Stimmung sorgen“, ohne Worte. Knapp eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff der Ausgleich durch den Schweizer Vonlanthen. Nun wollten die Bullen den Sieg, brachte Ried immer wieder in Bedrängnis, doch Salzburg konnte den Ball nicht im Tor unterbringen. 1:1 der Endstand, 1 Punkt für Ried zu wenig, für Red Bull aber auch. Stimmungsmäßig war Ried erst in Halbzeit 2 aktiv, in der 1. Hälfte wohl eine Art Boykott. Aber trotzdem ziemlich laut und abwechslungsreich, die „Fans der Dose“ bis auf paar mal Klatschen und dem Torjubel einfach schwach, Event-Publikum eben. Erwähnenswert noch, dass einige Zuschauer die Arena eher verließen, um noch rechtzeitig in der Eishalle anzukommen, um dort die Roten Bullen zu unterstützen...

Raus aus dem Kommerz-Bunker und zurück zum Bahnhof. Dort noch mit Fressalien eingedeckt und über München wieder heim in die Oberpfalz.

Insgesamt sehr erschreckend, wenn man sieht, wie der Fußball bzw. der Sport durch Kommerz zerstört wird. Hoffe, dass diese Welle nicht nach Deutschland überschwappt...

 

 

11.10.2006: TSV Aindling 1946 vs. SSV Jahn Regensburg, 2:1 (Bayernliga), Stadion am Schlüsselhäuser Kreuz

 

Normalerweise hätte das Auswärtsspiel gegen Aindling am 3. Oktober stattfinden sollen, neuer Termin war nun der 11. Oktober, ein Mittwoch, Beginn 18.30 Uhr. Für Arbeiter dünnschissmäßig. Da jedoch in dieser Woche Frühschicht angesagt war und ich um 13 Uhr Feierabend hatte, war es nun doch möglich, dieses Spiel zu besuchen. Als Gefährt stand mein Punto bereit, Müchü als Beifahrer konnte mit an Bord begrüßt werden. Gegen 15 h machten wir uns auf den Weg ins Schwabenländle, ein Stück Autobahn und viel Landstraße erwartete uns. Ich verließ mich mal wieder auf einen Routen-Planer, welcher aber bei der Landstraßen-odyssee gänzlich versagte. Da steht man in irgendeinem Kuhdorf an einer Kreuzung ohne Schild, sehr lustig. Öfters mussten deshalb die Anwohner belästigt werden, paar konnten uns weiterhelfen. Irgendwann nach Aichach verfahren, Panik machte sich breit, niemals Aindling zu erreichen. Dann der Tipp: Man solle doch mal Richtung Rain am Lech fahren. Hmm, das getan, aber irgendwann wieder weit und breit kein Schild. Tanke angefahren, wieder gefragt. Weg war richtig, man solle doch weiterfahren, irgendwann werde schon Aindling auftauchen. Nach über 2,5 Stunden endlich angekommen, Stadion aber fast schon wieder im nächsten Dorf, aber egal. Am Parkplatz festgestellt, dass wir die ersten aus Regensburg waren. Kult.

Paar Minuten später trudelten weitere Autobesatzungen ein und bekamen zu hören, dass sie ebenso Probleme bei der Anreise hatten. Puh, dachte schon, ich hab keine Orientierung ^^.

Karten gesichert und rein ins Vergnügen. Noch ca. 1 Stunde bis Anpfiff, also Zeit mit Gesprächen über die etwas verwirrende Anfahrt gestaltet. 18.30 h, es ging endlich los. Unser Team der Favorit, 3 Punkte also Pflicht. Aber es kam alles anders. Jahn-Keeper Adolf wollte Libero spielen, was in die Hose ging. Ein Aindlinger sah, dass unser Torhüter zu weit vor seinem Kasten stand und haute den Ball aus ca. 35-40 m ins Gehäuse, unglaublich. Durch einen sehenswerten Freistoß wurde die Führung wettgemacht, zur Halbzeit also 1:1.

Wer nun dachte, dass die Regensburger in Halbzeit 2 das Spiel endlich drehen, wurde eines besseren belehrt. Großchancen wurden nicht genutzt, Aindling machte das 2:1 und siegte recht überraschend. Erwähnenswert noch, dass ein Regensburger beim 2. Tor für Aindling oberkörperfrei das Spielfeld stürmte und von 2 anwesenden Beamten abgeführt wurde. Hatte aber keine Konsequenzen, da man ihn später auf dem Parkplatz wieder erblicken konnte.

Für die Heimfahrt sollte nun die Autobahn ausgewählt werden, wenn auch ein paar km mehr. Aber bis man die Autobahn erreichte, musste doch ein größeres Stück Landstraße gefahren werden. Scheiß Nebel machte die Fahrt no schwieriger, dazu meine Nachtblindheit -.- ^^.

Endlich die Autobahn erreicht konnte man zügig bis München und dann Richtung Nürnberg fahren. Gegen 22.30 h erreichte man Regensburg, um 23 h ins Bett. Gute Nacht.

 

 

22.10.2006: 1. FC Nürnberg II vs. SSV Jahn Regensburg, 1:5 (Bayernliga), Sportpark Valznerweiher

 

Auswärtsspiel in Nürnberg, jedoch nicht beim großen Club, sondern bei den Amateuren. Mit dem Zug und Müchü im Gepäck ging’s heute ins Frankenland. Ca. weitere 50 Jahn-Anhänger wollten sich dieses Spektakel heute nicht entgehen lassen. Gegen 11 h machte man sich auf den Weg, 1 Stunde später Nürnberg erreicht und mit der S-Bahn Richtung Frankenstadion. Geschlossen zum Valznerweiher und Karte gesichert. Müchü und ich zogen es vor, beim Burger King zu speisen und anschließend Frankenstadion, Zeppelinfeld etc. zu  besichtigen und etwas die Beine zu vertreten. Halbe Stunde vor Spielbeginn wieder zurück, Teams beim Aufwärmen beobachtet und die warme Sonne genossen. Um 15 Uhr dann endlich Anpfiff, insgesamt eine ruppig geführte Partie. Der SSV ging mit einer 2:1-Führung in die Halbzeit, Müchü und ich holten uns ein leckeres Bierchen, dann fing auch schon die 2. Hälfte wieder an. Die Amas von Nürnberg hatten nun nichts mehr entgegenzusetzen, der Jahn spiel- und feldüberlegen, am Ende sprang ein 5:1-Auswärtssieg heraus. Sehr zufrieden marschierte man zur S-Bahn-Station zurück, am Bahnhof deckte man sich noch mit Fressalien ein und kurz nach 19 Uhr erreichte man Regensburg. Netter Sonntag, der Jahn macht Spaß.

 

 

25.10.2006: FC Bayern München vs. 1. FC Kaiserslautern, 1:0 (DFB-Pokal 2. Runde), Allianz-Arena

 

Als man hörte, dass der FCB in der 2. Runde des DFB-Pokals auf die Roten Teufel des 1. FC Kaiserslautern trifft, wurde beschlossen, dass dieses Spiel besucht wird, da man endlich mal „ganz unten beim Spielfeld“ stehen wollte, dazu noch in der Bayern-Kurve. Karten in Regensburg gesichert, Mitfahrer in meinem Punto Looty und Müchü. Gegen 18.30 h machten wir uns auf den Weg Richtung München, Fahrt recht ereignislos, manchmal kleinere Staubildungen, aber eher harmlos. Ca. 70 Minuten später das Parkhaus erreicht, blöd nur, dass man hochgelotst wurde. Konnten also schon ahnen, dass wir fürs Verlassen etwas länger brauchen würden. Rein in die Arena und die Teams beim Aufwärmen beobachtet. Aus Kaiserslautern fanden ca. 2500 Leute den Weg nach Fröttmaning. Um 20.30 h Anpfiff, ca. 51.000 Zuschauer insgesamt in der Arena. Der Zweitligist aus der Pfalz hielt von Anfang an gut dagegen und kam auch zu der ein oder anderen Torchance, die Münchner sehr schwach. Schwach auch die „Stimmung“ der Schickeria München, da erwartet man von so einem weltbekannten Verein schon mehr. Nach 45 Minuten konnten beide Teams keinen Erfolg verbuchen, 0:0.

2. Halbzeit, ein paar Minuten gespielt, Ecke zur Makaay. Demichelis verlängert mit dem Kopf, Andi Ottl am langen Pfosten ziemlich alleine, 1:0 für Bayern. Endlich. Kaiserslautern geschockt, die Münchner mit vielen Torchancen, scheiterten aber immer wieder knapp.

Somit blieb es beim schmeichelhaften 1:0, ein typischer Arbeitssieg.

Raus aus der Arena, rein in das Parkhaus. Naja, wie es zu erwarten war, konnten wir es nach einer Wartezeit von 1 Stunde verlassen. Mittlerweile 23.20 h. Gegen halb 1 in Regensburg angekommen.

Insgesamt ein schwaches Spiel, aber wenigstens mal in der Bayern-Kurve und im Unterrang gestanden.

 

 

29.10.2006: FC Ingolstadt 04 II vs. TSG Thannhausen, 1:2 (Landesliga Süd), ESV-Stadion Ringsee

29.10.2006: TSV Neustadt an der Donau vs. FSV Sandharlanden, 2:2 (Kreisklasse Kelheim), Anton-Treffer-Stadion

 

Heute sollte es kein DFB-Pokal, auch keine Bayernliga sein. Nein, es geht auch noch tiefer. Es standen Landesliga Süd und Kreisklasse Kelheim an, Fußball ohne Kommerz. Bronsky konnte mich zu diesem Sonntagsausflug überreden, kurz vor 9 am Bahnhof getroffen, ab in den Zug und ein bisschen über das Arbeitsleben und Fußball philosophiert. Ca. 1 Stunde später die Audi-Stadt erreicht, Eisenbahnbrücke gekreuzt, und schon war man beim ESV-Stadion. Kurz in die Wirtschaft rein, Getränke geordert und Zeit todgeschlagen. Kurz vor 11 h raus und Karten gekauft, Preise mittlerweile von 2 € auf 5 € angehoben, sehr seltsam das ganze. Rauf auf die Tribüne und Plätze im letzten Eck eingenommen ^^. Spiel recht unterhaltsam, Gäste aus Thannhausen führten mit 1:0 zur Halbzeit. Stadionrunde absolviert, bröckelnde Stufen entdeckt, Stadion hatte also schon mal bessere Zeiten erlebt. Trotzdem kultiger Ground. Halbzeit 2 ähnliches Bild, Thannhausen besser, aber die 2. Mannschaft von Ingolstadt mit dem Ausgleich. Weitere Angriffbemühungen der Gäste wurden belohnt, am Ende sprang ein 2:1-Auswärtssieg heraus. Dennoch bleiben beide Teams oben mit dabei, Thannhausen auf 2, Ingolstadt auf 4. Auf zum Bahnhof und nach Neustadt.

Dort angekommen hatte man eine Orientierung wie in der Wüste Gobi. Einzig der Kirchenturm sollte mal als Ziel auserkoren werden. Auf dem Weg dorthin Passantin gefragt, Weg zum Stadion auch richtig, alles im grünen Bereich. Nach dem die beschauliche Stadt an der Donau durchquert wurde, konnte man auch schon das Schild „Anton-Treffer-Stadion“ erblicken. Schnell zum Ground, Eintritt paar €  und rauf auf die Tribüne. Für Kreisklasse wirklich sehr geil. Heute stand der Klassiker TSV Neustadt/Donau vs. FSV Sandharlanden auf dem Programm. Beide mit Chancen auf den UEFA-Cup. Nee, Spaß beiseite.

Zum Anpfiff konnten einige Leute aus Sandharlanden begrüßt werden, welche bei strittigen Entscheidungen schnell zum Pöbeln anfingen, sehr kultig das ganze. Es konnte ein flottes Spiel konsumiert werden, 1:1 zur Pause. In der Halbzeit Stadionrunde gedreht und vom Bronsky aufgeklärt worden, dass dort Speedway-Rennen stattfinden. Halbzeit 2 wieder rauf auf die Tribüne, Spiel keineswegs schlechter, beide Teams mit Drang zum Tor. Am Ende ein gerechtes 2:2, Neustadt hätte aber gewinnen können, doch 2 x Alu verhinderte weitere Erfolge. Zurück zum Bahnhof geschlendert, auf dem Weg dorthin kultige Gespräche, was auf Deutschlands Parkplätzen nachts so abgeht ^^. Bahnhof Neustadt/Donau erreicht, Zug kommt aber erst in 1 Stunde, also in der Bahnhofshalle bissl rumgeasselt und Leute beobachtet. Gegen halb 7 rein in den Zug, Fahrt wieder mit Gesprächen verbracht und eine Dreiviertelstunde später Regensburg erreicht.

Fazit: Auch unterklassige Spiele können viel Spaß machen.

 

 

01.11.2006: SSV Ulm 1846 vs. VfR Mannheim, 3:1 (Oberliga BW), Donaustadion

 

Am Abend zuvor auf einer Party einige Bier vernichtet, 2 Uhr morgens ins Bett, halb 8 klingelt der Wecker. Ziemlich gerädert machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof, wo mich bereits Müchü erwartete. Heute sollte es endlich nach Ulm gehen, dieser Ground stand schon lang auf unserer Liste. Im Zug selbst wollte noch eine junge Frau bei unserem Ticket mitfahren, natürlich nicht „nein“ gesagt ^^. Zuerst führte uns der Weg nach Ingolstadt, bisschen Augenpflege betrieben. Dort umgestiegen und den Zug Richtung Stuttgart genommen. Diesmal etwas ausgeschlafen, Gespräche mit Müchü geführt, Mitfahr-Tussi etwas begutachtet, und schwupps, man war schon in Ulm. Zu Fuß zum Ulmer Münster hin, aber nicht rauf, 4 € doch etwas zu viel, außerdem eisiger Wind. Anschließend halbe Stadtrunde gedreht und per S-Bahn zum Donaustadion. Karten gesichert und Stadionrunde gedreht, dazu Fan-Shop belagert. Schmuckes Stadion, waren bestimmt aufregende Zeiten, als der FCB oder Dortmund hier zu Gast waren. Heute war VfR Mannheim der Gegner. Plätze eingenommen und gespannt zugeschaut. Naja, net ganz. Müdigkeit machte sich bei mir wieder breit, halb eingepennt. 1. Halbzeit schon vorbei, torlos das ganze Spektakel bisher. Langweilig, kalt und Regen, bäh.

Gebrannte Erdnüsse gekauft und 2. Halbzeit ausgeschlafen begutachtet. Diesmal ein anderes Bild, sehr spannend und ein schnelles Spiel. Am Ende besiegte Ulm den VfR mit 3:1. Sehr interessant auch die Ergebnisse der anderen Spiele in der Oberliga BW – Großaspach bekam daheim mit 10:1 von Sandhauen mächtig eine auf die Fresse. Zurück zum Bahnhof und ab in den Zug, Heimfahrt ebenso ereignislos wie die Hinfahrt. Gegen halb 9 wieder Regensburg erreicht, und Donaustadion endlich gekreuzt.

 

04.11.2006: SpVgg 1921 Bayreuth vs. SSV Jahn Regensburg, 2:2 (Bayernliga), Hans-Walter-Wild-Stadion

 

Kurz nach 11 h mim Zug Richtung Bayreuth, als Mitfahrer konnte heute Burgi begrüßt werden. Fahrt wieder mal mit Gesprächen über das runde Leder verbracht, erreichte man recht schnell unser heutiges Ziel. Am Bahnhof erst nach richtigen Busverbindungen zum Stadion gesucht, aber nix gefunden. Egal, wir haben ja gesunde Beine, also ca. 10 Minuten gegangen und die Spielstätte erreicht. Die anderen Jahnfans, wohl alle nen Zug eher gefahren, konnten schon im Gästeblock begrüßt werden. 14.30 h Anpfiff, man erwartete doch mindestens einen Punkt vom SSV, aber es folgte der 1. Schock durch die Bayreuther Führung. Sekunden vor Ende der 1. Hälfte der ersehnte Ausgleich durch Andi Schäffer. Hoffnung im Block machte sich breit. Mit Burgi auf zum Bratwurststand und leckere Semmel gekauft. Anschließend wieder zurück in den Block, 2. Hälfte wartete auf uns. Der SSV mit etwas besseren Chancen, aber ein Tor konnte nicht verbucht werden. Ca. 15 Minuten vor Abpfiff die erneute Führung für Bayreuth, aber diese hielt gerade mal 120 Sekunden, ehe Markus Reisinger das 2:2 machte. Jubel im Block, konnten vielleicht heute doch 3 Punkte entführt werden?

Leider nicht, denn die letzten 2 guten Torchancen konnten nicht genutzt werden. Schade, aber 1 Punkt in Bayreuth ist auch nicht schlecht.

So ging’s zurück zum Bahnhof, etwas Proviant gekauft und ab in den doch etwas überfüllten Zug, aber Burgi und ich im Glück, konnten wir uns gemütlich auf die Arschbacken hocken. Obi kam derweil zu mir und überredete mich binnen Sekunden für eine Italien-Tour Ende November. In Hersbruck hieß es Umsteigen. Zeit wurde mit einer Massenschneeballschlacht genutzt, wirklich sehr lustig das ganze. Ein grüner Ordnungshüter allerdings verstand wohl an diesem Tag keinen Spaß, so kam es mit ein paar Leuten zu Differenzen. Zug nach Regensburg traf ein, paar Bahnhöfe später kamen noch ca. 10 Grüne hinzu... War ja auch mehr als nötig...

Gegen halb 9 erreichte man die Domstadt wieder und ein netter Fußball-Samstag war vorbei.

 

 

05.11.2006: VfB Auerbach vs. FSV Zwickau, 2:1 (Oberliga NOFV-Süd), VfB-Stadion

 

Gestern in Bayreuth das eigene Team unterstützt, heute Oberliga in Osten, genauer gesagt in Auerbach im Vogtland. Mit von der Partie Bronsky, Obi, Jahnler und Stigsi.

Nach über 4-stündiger Fahrt mit der Vogtlandbahn und Umsteigen in Hof erreichten wir ca. um 13.50 h Auerbach, Spielbeginn 14 h.

Beine in die Hände genommen und gelaufen, was das Zeug hielt. Definitiv kann man sagen, dass es unter 10 Minuten nicht zu schaffen ist, wir kamen ca. 3 Minuten nach Anpfiff im Stadion an, aber rechtzeitig, um den Elfer für Auerbach und das 1:0 zu sehen. Wetter fürn Arsch, es schüttete aus Eimern und die Schuhe schauten auch dementsprechend aus. Zwickau machte den Ausgleich und der Jubel bei den ca. 400 mitgereisten Fans kannte keine Grenzen. Es ist auch zu erwähnen, dass über 90 Minuten der Support des FSV ziemlich gut war, klasse Auftritt von Red Kaos. Zur Halbzeit beide Teams mit jeweils einem Treffer, also Hunger durch Roster gestillt, sehr lecker. Mit Bronsky ein paar Minuten unter dem Getränkezelt gestanden, anschließend zurück zum Zaun und bei einem älteren Herren unter den 73894 m-Schirm gestellt. Dafür fettes merce ^^! Auerbach konnte in der abwechslungsreichen Partie das 2:1 erzielen, was auch den Endstand bedeutete. Als der Pfiff ertönte war wieder Dauerlaufen angesagt, schließlich erreichten wir 6 Minuten vor Abfahrt des Zuges den Bahnhof. In Hof wieder Zwischenstop, Nahrungsaufnahme und kleiner Besuch im Presseshop, bis der Zug Richtung Regensburg eintraf. Kurz nach 20 Uhr erreichten wir zufrieden die Domstadt.

 

 

19.11.2006: TSV Großhadern vs. TSV 1860 Rosenheim, 3:0 (Landesliga Süd), Stadion Heiglhofstraße

 

Gestern den 2:1-Heimsieg des SSV gegen Fürstenfeldbruck verfolgt ging’s heute nach München, genauer gesagt nach Großhadern. Dort sollte uns der Landesliga-Leckerbissen Großhadern gegen 1860 Rosenheim erwarten. Bronsky konnte mich wieder mal für diese Partie der Landesliga Süd motivieren, so machten wir uns kurz vor 11 auf den Weg in die Landeshauptstadt. Im Zug wieder mal Gespräche über Fußball, Arbeit etc., erreichte man gegen 12 den Hauptbahnhof. Zu Fuß in die Innenstadt geschlendert, Wetter einfach wunderschön. So sollte jeder November sein. Mit der U 6 Richtung Großhadern-Uniklinik, aber sicherheitshalber mal direkt in Großhadern ausgestiegen. Paar Meter Richtung ein kultiges Wirtshaus gegangen, stand man schon direkt in der Heiglhofstraße. Hausnummern wurden begutachtet, nach rechts aufsteigend, also muss es der richtige Weg sein. Perfekt, wir waren da. Im Biergarten schon einiges los, leider kein Platz mehr frei. Egal, Karten gesichert und ein bisschen in der Wohngegend spazieren gegangen. Kurz vor Anpfiff wieder zurück, in der Turnhalle nebenan Kinder beim Judo zugeschaut, dann aber eine Bierbank besetzt und das Spiel verfolgt. Neben uns paar Leute aus Rosenheim, Support gabs aber in den 90 Minuten von beiden Seiten nicht. Das Spiel sehr eindeutig, Großhadern bereits nach 10 Minuten mit 2:0 in Führung, Rosenheim hatte kaum Torchancen.

In der 2. Hälfte das gleiche Bild, Großhadern klar überlegen, in der 60. Minute folgte das 3:0, was auch den Endstand bedeutete. Mittlerweile beobachteten Bronsky und ich Land und Leute, man entdeckte eine Person, die Jürgen Fliege, dem Fernsehpfarrer, sehr ähnelte. Autogramm wollte man aber nicht holen, man war sich eben nicht sicher.

Nach Abpfiff zurück zur U-Bahn-Station und Richtung Bahnhof gefahren. Dort angekommen und Proviant gekauft, am Bahnhof entlanggewandert und ab in den Zug. Kurz vor 19 h erreichte man nach ereignisloser Fahrt Regensburg.

 

 

25.11.2006: Vicenza Calcio vs. AC Arezzo, 2:0 (Seria B), Remeo Menti

25.11.2006: AC Mailand vs. FC Messina, 1:0 (Seria A), Giuseppe-Meazza-Stadion (San Siro)

26.11.2006: FC Empoli vs. Cagliari Calcio, 1:0 (Seria A), Carlo Castellani

 

Vor 3 Wochen überredete mich Obi für eine Italien-Tour, heute war der große Tag gekommen. Voller Vorfreude 8 Uhr morgens am Bahnhof, dort Bronsky und Turmsteher angetroffen. Obi holte uns von dort mit dem gemieteten Clio ab, weiter zum Jahnstadion und den 5. Mitfahrer Zico aufgenommen. Nun rauf auf die Autobahn, Zeit wurde sinnvoll mit Musik, Gesprächen, Lesen etc. verbracht und bald Österreich erreicht. Wetter Richtung Brenner wurde etwas schlechter, aber die weißen Flocken vom Himmel fielen nicht. Gut so, wäre mit Sommerreifen nicht so lustig geworden. Irgendwann wurde unser erstes Ziel Vicenza erreicht, das Stadion auch schnell gefunden, doch als es um den Parkplatz ging, wurde man durch gewisse Parkuhren und „1 ora“ verwirrt, also neue Straße mit unbegrenzter Parkmöglichkeit ausfindig gemacht. Bronsky, Turmsteher und ich sicherten uns Karten für die Gegengerade, außergewöhnlich, dass man seinen Personalausweis nicht vorzeigen musste. Obi und Zico mit Akkreditierung nahmen auf der Haupttribüne Platz. Sehr geiles Stadion, kein mistiger Einheitsbau. Um 16 Uhr erfolgte der Anpfiff des Kellerduells Vicenza (4 Punkte) gegen Arezzo (-1 Punkt, Folge des Manipulationsskandals).

Bengalos in beiden Blöcken, Heimkurve gut gefüllt, aus Arezzo ca. 30 Leute anwesend.

Spiel begann recht flott, nach 23 Minuten die Führung für die Gastgeber. Torjubel nicht atemberaubend, also etwas enttäuschend. In der 2. Hälfte das gleiche Bild, Vicenza hauptsächlich am Drücker, Torchancen wurden jedoch nicht genutzt, die Chance aber 7 Minuten vor Abpfiff schon, damit war alles klar und Arezzo weiterhin im Minusbereich. Nach Abpfiff sofort das Stadion verlassen, erwartete uns doch knapp 2 ½  Stunden später im 210 km entfernten Mailand das nächste Spiel. Kleiner Sprint zum Auto, alle Mann an Bord, weiter geht’s. Mittlerweile kurz nach 18 h, unser Fahrer machte mächtig Dampf und die italienischen Verkehrsteilnehmer bekamen bei 170 km/h und 5 m Abstand etwas Angst ^^. Naja, konnt ich mir net so mit ansehen, deshalb Augenpflege betrieben. Nun begann die Suche nach der richtigen Ausfahrt, aber San Siro nirgends ausgeschrieben. Also immer weitergefahren und am Ende am Flughafen gelandet. Angst machte sich breit, wollten doch 4 Leute an Bord ein neues Stadion kreuzen. Statt nachfragen wieder zurück und raus bei Milano Centro, siehe da, San Siro gleich angeschrieben, sehr gut. Kurz nach halb 8 (210 km in 90 Minuten) einen „Parkplatz“ in einem Vorgarten gefunden und zum Tempel gesprintet, denn Turmsteher, Bronsky und ich brauchten noch Karten. Halbes Dutzend Schwarzmarkthändler stehen lassen, Ticketschalter erst nach Info von einer italienischen Signora gefunden. Dort erst mal langes Warten, es war bereits kurz nach 20 h. Endlich waren wir an der Reihe, Personalausweis wurde verlangt, Eintritt 30 € nähe Gästeblock.

Auf zum Stadion, Drehwurm durchs Hochlaufen bekommen, falscher Block und wieder runter. Nachgefragt, wieder hoch, falscher Block *grml*. Nach einem weiteren Irrlauf (sorry, mein Fehler ;-) einfach irgendwo völlig verschwitzt oben Platz genommen. Noch 10 Minuten bis Anpfiff, die Spannung stieg, der Puls konnte sich erholen. Insgesamt konnten heute etwas mehr als 42.000 Zuschauer im Stadion begrüßt werden, davon schätzungsweise 500 aus Messina, die den weiten Weg aus Sizilien auf sich nahmen. Halb 9 erfolgte der Anpfiff, die Truppe vom AC musste heute gewinnen, wollte man nicht in Niemandsland versinken. In der 13. Minute traf Paolo Maldini nach einer Ecke mit dem Kopf, großer Jubel in der Heimkurve. Spiel flachte anschließend ab, typisch AC Mailand kann man sagen. Einmal in Führung, stellt man sich hinten mit 9 Mann rein, schade. Messina deshalb auch kaum mit Chancen nach vorne. Halbzeit, der AC in Führung. Zeit wurde genutzt, um uns gegenseitig mit dem Prachtstadion fotografieren zu lassen. Einfach phänomenal, dieser Mailänder Tempel.

2. Halbzeit knüpfte an die 1. an, kaum Chancen, langweiliges Rumgeholze, sehr schade. Auch schade bzw. ärgerlich, dass die Typen, die ihre Nahrung an den Mann bringen wollen, immer vor der Nase hin- und herlaufen, außerdem mit unverschämten Preisen.

Abpfiff des Schiris, die Mailand-Akteure rissen die Arme in den Himmel, einige Fotos gemacht, und raus aus dem Tempel. Fanstände ein bisschen begutachtet, weitere Bilder geschossen und zurück zum Treffpunkt, wo Obi und Zico uns bereits erwarteten.

Der Weg sollte uns nun nach Bergamo führen, ein Zimmer in der Jugendherberge, in der bereits Bronsky, Obi und ich bereits zu Gast waren, war reserviert. Rein ins 8-Bett-Zimmer und alsbald aufs Ohr gehauen, doch davor wurde erst Norditalien durch diverse Körpergeräusche geweckt ^^. Um halb 8 machte sich der Handy-Wecker bemerkbar, also aufgestanden und etwas Körperpflege betrieben.

Ausgeschlafen runter in den Gruppenraum und lecker gefrühstückt. Gegen 9 Uhr Bergamo verlassen, der Weg sollte uns heute in die Toskana führen. Für die Jungs aus der letzten Reihe (Bronsky, Turmsteher, ich) stand heute in Empoli das Spiel gegen Cagliari an, Obi und Zico konsumierten Siena-Florenz.

Nach Giro de Italia und übelster Bergankunft wieder ins Tal und Empoli erreicht, raus aus dem Gefährt. An einem ausgetrockneten Fluss vorbei Richtung Stadion und in der Geschäftsstelle bei einer hübschen Signora Karten gesichert. Auf der Suche nach einer Pizzeria war man erfolglos, deshalb stopfte meiner einer ein paar Croissants in sich hinein. Eine Stunde vor Spielbeginn rein ins Vergnügen, beim Eingang jedoch Fragen über unsere Herkunft. Als „Germany“ fiel, gleich „Grazie Campionato mundial“ ertragen müssen. 6000 Zuschauer, davon ca. 300-400 aus Sardinien, konnten heute in Empoli bei wolkenlosen Himmel und ca. 20 ° C begrüßt werden, also bei der Wärme raus aus Jacke und Pulli. Nach knapp 10 Minuten das 1:0 durch einen sehenswerten Freistoß für die Gastgeber, ein lauter, emotionaler Torjubel konnte erlebt werden. Chancen hüben wie drüben, aber es blieb bis zum Pausentee beim 1:0 für Empoli. In der Pause rauf auf den Oberrang und Fotos vom tollen Stadion (kein Einheitsbau, so soll es sein), Landschaft und Kult-Nebenplatz mit Rostzaun gemacht. In Halbzeit 2 konnten auf beiden Seiten ein paar Chancen gezählt werden, aber man entspannte sich doch mal lieber in der warmen November-Sonne und ließ die Seele baumeln, solche Momente sind einfach unbeschreiblich. Vom Cagliari-Block konnten noch ein paar Bengo-Einlagen bestaunt werden, viel passierte aber nicht mehr, es blieb beim 1:0-Heimerfolg für Empoli. Raus aus dem Stadion, Polizeisperre bestaunt und zum Treffpunkt geschlendert. Man wartete und wartete, aber niemand tauchte auf. Dann eine SMS von Obi, dass eine Baustelle zügiges Weiterkommen unmöglich macht. Hmm, net gut, wird wohl heute spät werden. Gegen 19 Uhr erreichten uns dann die Mohikaner aus Siena, also schnell rein ins Auto, knapp 800 km Fahrt steht bevor.

Vom anderen Spiel in Siena hatten Obi und Zico viel zu berichten, ebenso wir 3 Hinterbänkler. Nach Tank- und Pinkelpause, zu der Obi gezwungen wurde (wollte mit leeren Tank fahren *g*) lüftete Zico endlich seine geheimen Kurznachrichten mit Fußballergebnissen aus der Heimat. Damit befriedigt legte man Bronsky’s CD ein, die ab und zu doch mal ein nicht jugendfreies Lied abspielte, aber Spaß hatten wir alle dabei ^^. Gegen 2 Uhr morgens erreichte man glücklich und zufrieden Regensburg, am nächsten Tag Schule, also daheim Videotext-Session und 3 h aufs Ohr gelegt.

 

 

27.11.2006: TSV 1860 München vs. TuS Koblenz, 2:1 (2. Bundesliga), Allianz-Arena

 

Ziemlich müde in der Schule angekommen und von den Erlebnissen aus Italien erzählt und bei unserer Tipprunde entdeckt, dass heute Abend Koblenz zu Gast in der Allianz-Arena ist. Hmm, Eltern würden mich wohl endgültig für verrückt erklären. Egal, mit Mike gleich einen Mitfahrer gefunden, also den ganzen Schultag Vorfreude. Um 16 h war dieser Arbeitstag auch vorbei, also schnell nach Hause, Nahrungsaufnahme und ab zum Bahnhof, wo mich bereits Mike erwartete. Schnell noch ein paar Flaschen Bier gekauft und ab in den Zug, wo die Fahrt in die Landeshauptstadt mit Gesprächen verbracht wurde. Gegen 19 h angekommen, noch zum Burger King und ab in die U-Bahn. Viertel Stunde vor Spielbeginn die Arena erreicht, Karten für Gästeblock gesichert und rein ins Vergnügen. Aus Koblenz konnten heute ca. 400 Gäste begrüßt werden, Arena selbst mit knapp 21.000 Zuschauer ganz schwach besetzt. Die erste halbe Stunde mit Fehlpässen und Mittelfeld-Geplänkel, in der 39. Minute dann die Führung für die Löwen, was auch den Halbzeitstand bedeutete. In der Pause Stadion bzw. Arenarunde gedreht und auf der Toilette Blasensaft entleert, wodurch das 2:0 für die Hausherren verpasst wurde. Toll, nach Reutlingen schon das 2. Mal ein Tor auf dem stillen Örtchen mit anhören müssen. Koblenz nun mit mehr Offensivbemühungen, aber harmlos im Abschluss. Die 60er machten nun auch nicht mehr viel, so fiel in der Nachspielzeit nach einem glücklichen Freistoß der Anschlusstreffer für Koblenz, womit die Fans, die 90 Minuten durchgehend ihr Team unterstützten, belohnt wurden.

Nach Schlusspfiff auf zur U-Bahn Richtung Bahnhof, dort noch etwas Proviant für die Rückfahrt gekauft und ca. 20 vor 1 Regensburg erreicht. Anschließend ging’s zu Fuß nach Hause und gegen halb 2 fiel man ziemlich müde ins Bett.

 

 

03.12.2006: 1. FC Nürnberg vs. FC Schalke 04, 0:0 (1. Bundesliga), Frankenstadion

 

Am Tag zuvor den grandiosen Auswärtssieg des SSV in Burghausen verpasst, da man selbst dem runden Leder hinterherlief, aber es stand ja noch ein Sonntag an. Mike sicherte sich eine Woche zuvor 2 Karten für das Spiel 1. FC Nürnberg gegen FC Schalke 04. Mit dem Zug machten wir uns kurz nach 11 h Richtung Frankenland auf, sollte doch heute auch der Christkindlmarkt besucht werden. Knapp eine Stunde später unser Ziel erreicht und auf dem Weg zum Glühmarkt einige Fans aus Schalke erblicken können. Bratwurstsemmel, Mandeln und Glühwein durfte natürlich nicht fehlen, anschließend auf Richtung Frankenstadion und ins s’Gärtla gepflanzt. Biergarten im Dezember auch mal was schönes, dachten sich auch knapp weitere Fußballverrückte, also a Halbe gekauft, das gute Wetter und die tolle Stimmung genossen. Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Stadion, reservierte Karten abgeholt und rauf auf die Tribüne. Vor knapp 43.000 Zuschauer konnte eine temporeiche erste Halbzeit beobachtet werden, Tore jedoch Fehlanzeige. Nach der Pause leider ein ganz anderes Bild: Beide Teams spielten kontrollierten Defensiv-Fußball, Torchancen sehr selten vorhanden, so kam es an diesem Sonntag zu einer Nullnummer. Etwas enttäuscht machte man sich auf den Weg zum Bahnhof. Gegen 20 Uhr rein in den Zug Richtung München, wo auch 4 Nürnberg-Fans aus der Landeshauptstadt begrüßt werden konnte, die ein recht interessantes Fußballquiz bei sich hatten. So wurde das ganze Abteil mit Fachfragen bombardiert, die ein oder andere Frage konnte auch von Mike und mir gelöst werden. Dann der Höhepunkt der Rückfahrt: Ein sehr sehr kultiger Schaffner kam hinein, sehr bayrische und gescherte Mundart, aber dennoch nicht unfreundlich. Ein Rucksack lag am Boden, er fragte uns, ob er uns gehöre. Als wir dies verneinten, wurde dieses Teil einfach weggekickt ^^. 2 japanische Touristen wurden geweckt und mit feinstem Englisch aufgeklärt, dass „this not a sleeping train sondern a sitting train is“. Lautes Gelächter im Abteil, es war ja mehr bayerisch als englisch, die Japaner etwas verduzt ^^. Von weitem hörte man ihn noch sagen: „Geh aufd Seiten oder i datsch di zamm“. Unglaublich geil, selten so nen Kult-Schaffner erlebt. Gegen 21 h erreichte man Regensburg. Spiel war nicht so berauschend, aber das Drumherum und Zugfahrt waren toll.

 

 

18.12.2006: TSV 1860 München vs. FC Erzgebirge Aue, 4:0 (2. Bundesliga), Allianz-Arena

 

Vor einer Woche hatte man für das heutige Löwenheimspiel gegen Aue insgesamt 4 Leute, die Interesse zeigten, aber blieben aber Mike und ich übrig. So fuhren wir nach der Schule schnell heim und gleich wieder zum Bahnhof, wo Mike wegen dichtem Verkehrsaufkommen 4 Minuten vor Abfahrt ankam ^^. Bierchen durfte aber trotzdem nicht fehlen, dann aber fluchs rein in den völlig überfüllten Zug, aber 2 „Hocker“ blieben noch frei. Gespräche über das andere Geschlecht und Fußball vertrieben die Zeit. Kurz vor 19 h München erreicht, ab zu Burger King und dann in die U-Bahn Richtung Fröttmaning. Halbe Stunde vor Spielbeginn die Arena erreicht, Karten für den Gästeblock gab’s nicht mehr, aber direkt daneben passt auch. Aus Sachsen konnte ca. 900 Gäste begrüßt werden, 24.400 Zuschauer insgesamt aber wieder ziemlich schwach. Stimmung von Aue bis zur 6. Minute sehr gut und laut, aber dann gingen die Löwen mit 1:0 in Führung und es wurde ruhig. Knapp 20 Minuten später das 2:0, Aue geschockt. Einige Halbstarke 60er pöbelten nun Richtung Aue-Block, es kam zu verbalen Nettigkeiten, der ein oder andere Glühwein flog auch von seitens Aue. Mike wollte dies digital festhalten, wurde aber von einem Aue-Sympathisanten mit Androhung von Gewalt gezwungen, die Kamera wegzustecken. Wir sind doch nicht von den Grünen, wir möchten ja nur tolle Momente für uns festhalten ^^. Naja, aufm Feld die Gastgeber weiterhin überlegen, folgte doch kurz vor Pausentee das 3:0, womit das Spiel endgültig entschieden war. Arena-Runde gedreht und bemerkt, dass es doch ein paar unaufmerksame Ordner gibt, wo man locker auf die Haupttribüne gelangen kann. Sind aber ehrliche Fußballfans ^^. Mike wollte noch nicht zurück zu unserem eigentlichen Platz, wollte er doch ein paar Fotos ohne Drohungen machen. Dies war auch eine gute Entscheidung, denn ein paar Meter von unserem eigentlichen Platz explodierte ein Kanonenschlag, der wohl unser Trommelfell etwas löchrig gemacht hätte. Nun hatten die Spezialisten aus Bamberg ihren Auftritt, schafften es aber trotzdem nicht, die Aue-Fans zu beruhigen, so gab es knapp 15 Minuten später den 2. Kanonenschlag, wieder in den gleichen Block. Einer aus Aue, der anscheinend eine Tür auftrat, wurde nun von 3 Beamten abgeführt und der Block konnte etwas beruhigt werden. Knapp 15 Minuten vor Abpfiff, das 4:0, wiederum durch Vucicevic, der heute 3 Treffer erzielte. Zum Schlusspfiff raus aus der Arena und mit der U-Bahn Richtung Bahnhof. Proviant für die Rückfahrt gekauft und ab in den Zug, der bereits auf unserem Gleis stand. Da man früh genug da war, gab’s endlich nen 4er für uns. Kurz nach halb 1 erreichte man Regensburg, das Fußballjahr 2006 war damit beendet.

 

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